Pfingsttour des KCH 2008
Endlich war es soweit! 17 Teilnehmer – der jüngste 8, der älteste 60 – machten sich bei herrlichstem Wetter auf den Weg, die Ruhr zu erobern. Unser Ziel war Herdecke. Schon einmal etwas davon gehört? Wenn nein, macht nichts! Mir und vielen anderen war Herdecke auch unbekannt. Klar, der Ort liegt an der Ruhr, aber die ist über 235 km lang! Bekannter dürfte da schon Hagen sein, das nicht weit entfernt ist.
Sanfte Hügel, Burgen und alte Dörfer bilden den Rahmen für den Fluss. Zumindest in der Umgebung von Herdecke kann man die Industrieansiedlung übersehen, was sich auf dem Weg zum Rhein aber garantiert noch ändern wird. Nie hätte ich gedacht, dass die Landschaft hier so grün und streckenweise sogar idyllisch sein würde!
Herdecke selbst hat ca. 28000 Einwohner und besitzt einen netten sehenswerten kleinen Ortskern, den wir von unserem Quartier aus mit einigen Schritten erreichen konnten. Das ist wichtig, denn schließlich lieben alle frische Brötchen zum Frühstück! (Gedankt sei Matthias!)
Unsere Zelte schlugen wir also im ortsansässigen Kanu-Club auf, der uns Unterschlupf gewährte, uns herzlich aufnahm und bei der Routenplanung hilfreich zur Seite stand. Allerdings hatte ich so das Gefühl, dass unser Paddelstil nicht so den Anklang fand. Der Herdecker Verein, der wohl hauptsächlich Rennen bestreitet, hatte so seine Probleme mit unserem „Genusspaddeln“. Beim KCH laufen die Uhren eben langsamer, dafür hatten wir aber auch jede Menge Spaß. (Vor allem mit der älteren Jugend und ihren Wasserbomben!)
Jede Menge Spaß hatten auch jene Vereinsmitglieder, die am Abend (und das bei der Wärme!) den Spießbraten am offenen Holzkohlefeuer manuell drehen durften. Tröstend war, dass sie noch andere Leidensgenossen hatten. Es ist nämlich Tradition im Herdecker Verein, am Pfingstsamstag Spießbraten zu grillen. Ich muss an dieser Stelle jedoch festhalten, dass sich die Arbeit gelohnt hat, was all jene, die an der langen Tafel saßen und ihn genüsslich verspeisten, bestätigen können.
Insgesamt sind wir an den 3 Tagen ca.60 km ( von Schwerte bis Bochum) gepaddelt. Mehr war nicht drin, was wie bereits erwähnt zum einen an unserer Art zu paddeln liegt, und zum anderen an der Tatsache, dass die Ruhr nur selten etwas lebhafter fließt. Meist jedoch herrscht Ruhe. Die Ursache liegt darin begründet, dass die Ruhr gestaut wird. Mit 5 Stauseen und vielen Talsperren ist sie das wichtigste Wasserreservoir für das Ruhrgebiet. Die Stauseen können allerdings bei Wind tückisch sein. Es bauen sich Wellen auf, die Kanadierfahrer und Ungeübte oft zwingen unter Land zu fahren.
Für die Bevölkerung ist die Ruhr ein beliebtes Erholungsgebiet. Man kann sehr schön an ihren Ufern Radfahren, relaxen oder paddeln.
So viele Boote auf dem Wasser sehen wir allerdings üblicherweise nur bei größeren Veranstaltungen. Manchmal war es schon fast wie auf der Autobahn. Vor allem dann, wenn mal wieder eine Talsperre umtragen werden musste, dann konnten sich die Boote schon einmal stauen und auch an Land wuselten Paddler umher. Eine erfreuliche Abwechslung boten die Rutschen, die ein lästiges Umtragen vermeiden lassen und deren Befahren ungeheuren Spaß bereitet – auch, wenn man einmal nass dabei wird!
Wenn ich ein Resümee ziehen soll, dann kann ich wohl im Namen aller behaupten, dass es ein gelungenes Wochenende war, das viel zu schnell vorbeiging. Aber uns bleibt die Vorfreude auf die Schwentine. Am zweiten Wochenende im Juni fahren diejenigen, die Zeit und Lust haben nach Schleswig Holstein. Der Kieler Kanu-Club bietet uns Unterschlupf.
Ich jedenfalls freue mich schon sehr darauf!
Elke Volk
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